welthölzer Tradition              seit 1930

Der Anblick einer welthölzer Schachtel gibt uns ein unmittelbares Gefühl von Zuhause und lässt uns lächeln. Erinnerungen an Zugehörigkeit, Sicherheit und eine gewisse Überschaubarkeit sind damit ebenso verbunden, wie ein zuverlässiges Warenangebot und das TV Testbild nach 24 Uhr.

 

Welthölzer waren die Wegwerffeuerzeuge unserer Kindheit, in der das Rauchen zum alltäglichen Bild einer "wir sind wieder wer"-Gesellschaft gehörte und "Made in Germany" das Wegwerfen noch überflüssig machte. Die Globalisierung des heutiges Ausmaßes gab es noch nicht, und auf das, was man kaufte, war absolut Verlass. Qualität war weder ein Verkaufsargument, noch eine Begründung für überhöhte Preise. Qualität war eine Selbstverständlichkeit.

 

Das Deutsche Zündwarenmonopol begann infolge der großen Depression

 

Dass es über 50 Jahre lang nur 2 Streichholzmarken in Deutschland gab, geht zurück auf das 1930 durch den Reichstag erlassene Zündwaren-Monopolgesetz. Im Zuge der Wirtschaftskrise der "großen Depression" sah sich die Reichsregierung gezwungen, eine Anleihe bei dem schwedischen Industriellen Ivar Kreuger aufzunehmen, der zu der Zeit einer der weltweit erfolgreichsten Finanziers und Unternehmer war.

 

Kreuger gab dem Land eine Anleihe über 125 Millionen Dollar, bzw. 500 Millionen Reichsmark. Für die Dauer der Kredittilgung, die bei 6% Zinsen auf immerhin 53 Jahre angelegt war, bekam Kreuger im Gegenzug das deutsche Monopol auf Zündhölzer. Sein Monopol überdauerte sogar den zweiten Weltkrieg. Seine welthölzer waren die einzigen, die über mehr als 5 Jahrzehnte in Deutschland verkauft wurden.

 

Am 15. Januar 1983 tilgte Deutschland die endgültig letzte Teilrate der Kreuger Anleihe. Damit fiel zugleich das Monopol – und mit ihm die Preise. Nach nur wenigen Wochen kosteten Sicherheits-Zündhölzer rund ein Drittel weniger, und Kreugers Marke welthölzer musste sich dem Wettbewerb mit zahlreichen in den Markt drängenden "me too"-Produkten stellen. Diesen Wettbewerb haben die welthölzer nicht überlebt und verschwanden vom Markt.

 

Die Qualität der welthölzer blieb seitdem unerreicht – bis wir sie 2017 wieder auf den Markt brachten.

 

 

 

Was genau sind eigentlich Sicherheitszündhölzer – und warum sind sie sicher?

 

 

Sicherheitszündhölzer, wie wir sie heute kennen, gibt es tatsächlich noch nicht sehr lange. Zwar wurden bereits vor mehr als 1.500 Jahren in China Kiefernhölzchen in Schwefel getränkt und zum Feuermachen verwendet. Diese Hölzer aber entzündeten sich bei der kleinsten Berührung. Ähnliche Schwefelhölzer waren auch im mittelalterlichen Europa weit verbreitet. Sie wurden mit glimmendem Zunderschwamm entflammt, der seinerseits durch Funkenschlag entzündet werden musste.

 

Die Entwicklung des eigentlichen Streichholzes mit Zündkopf geht auf die Entdeckung des weißen Phosphors und dessen Aufbereitung durch Harnstoff sowie auf die Entdeckung von Kaliumchlorat im 17. und 18. Jahrhundert zurück. Aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts wusste der deutsche Chemiker Rudolf Christian Böttger die Zusammensetzung der Streichholzköpfe derart weiter zu entwickeln, dass sie nicht nur gefahrlos hergestellt sondern auch so sicher wie geruchsneutral verwendet werden konnten. Das war die Geburt der Sicherheitszündhölzer, die nunmehr nur noch an speziellen Reibflächen entzündet werden konnten. Damit war die Gefahr der Selbstentzündung endgültig gebannt.

 

Der Kopf eines Sicherheits-Zündholzes besteht noch heute aus einem Gemisch aus Goldschwefel (Antimon{V}-Sulfid), Kaliumchlorat, Leim und Farbstoff (oder Paraffin). Der Holzstab ist mit Paraffin getränkt, damit er besser brennt. Die Imprägnierung mit wasserlöslichen Phosphaten verhindert zugleich sein Nachglühen.

 

Böttger meldete seine Erfindung zum Patent an und verkaufte dieses nach Schweden. Man nannte die Sicherheits-Zündhölzer nun auch "Schwedenhölzer".

 

In amerikanischen Western oder alten Humphrey Bogart Filmen zünden die Helden ihre Streichhölzer noch an Schuhsohlen oder an Hauswänden an. Sie verwenden also keine Sicherheitszündhölzer sondern so genannte Überall-Streichhölzer, die sich an jeder rauen Oberfläche entzünden. Sie enthalten Tetra-Phosphor-Trisulfid und Calium-Chlorat, zwei Stoffe, die sich beim aneinander Reiben entflammen. Dadurch können sie sich auch allzu leicht selbst entzünden, eine Gefahr, die vielleicht für die Helden der Filme "cool", für den normalen Hausgebrauch aber denkbar gefährlich ist.

 

Deshalb wurden die Überall-Hölzer vom Markt genommen. Für uns gab und gibt es nur noch Streichhölzer der Kategorie "Sicherheitszündhölzer".